Seniorennachmittag


„Die demografische Entwicklung stellt auch Güntersleben vor ganz neue Aufgaben, an die noch vor wenigen Jahrzehnten noch niemand gedacht hat.“ Mit dieser Feststellung brachte Klara Schömig bei einer Versammlung für Senioren auf den Punkt, wo sie als Bürgermeistern die größte Herausforderung der nächsten Jahre sieht. Und sie belegte das mit beeindruckenden Zahlen. 1997 lag der Anteil der über 65-Jährigen in Güntersleben bei 400 Personen oder 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Nur 20 Jahre später leben in Güntersleben bei annähernd gleicher Einwohnerzahl fast 750 Personen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben. Das sind jetzt schon 17 Prozent aller Einwohner. Tendenz weiter steigend.
In den vergangenen Jahren sei der Ausbau der Kinderbetreuung im Vordergrund gestanden, erinnerte Klara Schömig an die Einrichtung von Krippenplätzen und die Flexibilisierung der Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten, die sie in ihrer Funktion als Kämmerin intensiv begleitet habe. Auch für die ältere Generation sei in Güntersleben Pionierarbeit geleistet worden, zunächst durch die ehrenamtlichen Initiativen auf Vereinsebene. Sie nannte in diesem Zusammenhang die Seniorentreffen bei Kolping schon seit 1959, fast ebenso lange bei der Arbeiterwohlfahrt und die Angebote des VdK. Die Gemeinde selbst habe dann 2008 mit dem Umbau des Gebäudes der ausgelagerten Teilhauptschule zu einem Haus der Generation mit der Tagespflege und der Station für die ambulante Pflege eine wegweisende Einrichtung geschaffen.
Aus ihrer langjährigen ehrenamtlichen Arbeit für Senioren wisse sie aber, so Klara Schömig weiter, dass auch das inzwischen nicht mehr ausreiche. Immer dringlicher werde der Wunsch nach einer betreuten Wohnanlage, möglichst mit angeschlossener Pflegeeinrichtung, geäußert. Angesichts der Einwohnerzahl der Gemeinde ist das für sie eine durchaus realisierbare Option für Güntersleben. Die nächsten Schritte, die sie unverzüglich angehen werde, sei daher die Suche nach einem geeigneten Grundstück möglichst in der Ortsmitte, Verhandlungen mit einem Bauträger und Gespräche mit in Frage kommenden Betreibern.
Kurzfristig will Klara Schömig als Bürgermeisterin außerdem einen Ansprechpartner im Rathaus benennen, der den älteren Gemeindeangehörigen in allen sie betreffenden Fragen zur Verfügung stehen und die ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten der Gemeinde bei ihrer Arbeit unterstützen wird. Wiederum auf ihre Erfahrungen verweisend, hält sie die Einrichtung eines ehrenamtlichen Helferkreises für notwendig, aus dem sich dann in der Folge, wie schon in anderen Gemeinden, auch ein offiziell installierter Seniorenbeirat entwickeln könnte. Die laufende Beratung des Gemeinderats durch ein solches Gremium der unmittelbar Betroffenen in allen Fragen der Senioren, erachtet Klara Schömig als höchst wünschenswert und hilfreich.
Ein weiterer Punkt, der bei den Anwesenden große Zustimmung fand, war die Zusage von Klara Schömig, sich beim Träger des Omnibuslinienverkehrs für einen Ortstarif auf innerörtlichen Fahrten einzusetzen. Sie werde dieses Ziel nachdrücklich verfolgen, auch wenn das vermutlich nicht ohne Beteiligung der Gemeinde zu realisieren sei.
In einem weiteren Beitrag dieses Nachmittags informierte Gunnar Stövesand, Leiter der Sozialstation des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Güntersleben, über die neuen Pflegegrade. Nach ihm gab Gemeinderat Erich Weißenberger eine kompakte und informative Übersicht über aktuelle Fragen des Rentenrechts.